Haarausfall Gegenmittel Finasterid

Haarausfall stellt für die meisten Betroffenen ein Problem dar, das sich mit der Zeit auf das Selbstbewusstsein und das Selbstwertgefühl negativ auswirkt. Immerhin gehört zu dem Schönheitsideal der Menschen in erster Linie ein prächtiges Haar. Daher wundert es nicht, dass heutzutage eine Vielzahl unterschiedlicher Methoden und Präparate auf dem Markt angeboten werden, um den Haarausfall zu bekämpfen oder den Haarverlust zu verstecken. Die Auswahl reicht von Perücken und Extensionen, über spezielle Shampoos und diverse Tinkturen bis hin zu verschiedenen Medikamenten, die eine Besserung des Problems oder gar die Lösung selbst versprechen.

Verschiedene Arten des Haarausfalls

Beim Haarausfall wird zwischen mehreren Arten unterschieden. Die Unterscheidung erfolgt aufgrund der Ursachen des Haarausfalls. So kann ein Haarausfall erblich verursacht sein oder krankheitsbedingt auftreten.

Erblich bedingter Haarausfall

Vom erblich bedingten Haarausfall, der auch unter der Bezeichnung androgenetische Alopezie bekannt ist, sind sowohl Männer, als auch Frauen betroffen. Zwar spielt das männliche Hormon Testosteron eine wichtige Rolle bei dem erblich bedingten Haarausfall, ist jedoch nicht direkt dafür verantwortlich. Vielmehr liegt das Problem in der Haarwurzel, die im Falle des erblich bedingten Haarausfalls überempfindlich auf das Dihydrotestosteron (DHT) reagiert. Beim DHT handelt es sich um ein Abbauprodukt des Testosterons. Die Folge dieser Überempfindlichkeit ist eine Verkürzung der Wachstumsphase der Haare. Dies bedeutet, dass die Haare schneller ausfallen und jedes Mal dünner werden. Mit der Zeit sterben die Haarwurzeln schließlich einfach ab. Bis heute konnten Gene, die für den Haarausfall verantwortlich sind, nicht identifiziert werden. Und gerade diese Tatsache ist der Grund dafür, dass ein Heilmittel für den Haarausfall weiterhin auf sich warten lässt. Denn ohne die Identifikation der dafür verantwortlichen Gene kann keine Genmanipulation stattfinden, die das Problem beseitigen könnte.

Die Unmöglichkeit der Identifikation der verantwortlichen Gene unterstützt eine weitere Theorie, nach der androgenetische Alopezie gar nicht erblich bedingt ist, sondern vielmehr mit den eigenen Lebensgewohnheiten zu tun hat. Dies wird dadurch begründet, dass von dem Haarausfall in erster Linie Menschen betroffen sind, die in der „zivilisierten“ Welt leben, während Menschen, die im Einklang mit der Natur leben (z. B. Eskimos, Indianer usw.) das Problem des Haarverlustes gar nicht zu kennen scheinen. Da weder eine noch die andere Ursache bislang bestätigt oder verworfen werden konnten, spielen wahrscheinlich all die erwähnten Faktoren eine wichtige Rolle bei der androgenetischen Alopezie. Zumindest würde dies erklären, warum der Sohn eines kahlköpfigen Vaters nicht unbedingt selbst mit Haarverlust zu rechnen hat. Andererseits garantiert die volle Haarpracht der Eltern bis ins tiefe Alter nicht, dass die Kinder ebenfalls nicht um deren Haare fürchten müssen.

Auf dem Markt wir eine Reihe verschiedener Präparate zur Behandlung dieser Art von Haarausfall angeboten. Dabei gibt es leider noch kein Medikament, das den erblich bedingten Haarausfall wirklich beseitigt. Die erfolgreichsten Medikamente schaffen es lediglich, den Haarverlust zu verlangsamen oder zumindest für den Zeitraum der Einnahme der Medikamente zu stoppen.

Krankheitsbedingter Haarausfall

Der Haarausfall kann von verschiedenen Entzündungs- und Hautkrankheiten ausgelöst werden. Daneben kann der Haarausfall durch eine starke psychische Belastung oder durch übermäßigen Stress bedingt sein. In diesen Fällen kann der Haarausfall jedoch erfolgreich behandelt werden, sobald die Ursache festgestellt und beseitigt wird.

In manchen Fällen wird der Haarausfall auch durch Medikamente ausgelöst. Hier wachsen die Haare wieder nach, sobald das Medikament abgesetzt wird oder auf ein anderes umgestiegen wird.

Finasterid gegen den erblich verursachten Haarausfall bei Männern

So sehr sich die Wissenschaft darum bemüht, ein Mittel zu finden, dass das Problem mit dem Haarausfall für immer löst, gibt es weiterhin keine Aussichten darauf, dass in naher Zukunft das Problem wirklich gelöst wird.

Als eines der wirksamsten Mittel bei der Behandlung des erblich bedingten Haarausfalls hat sich Finasterid erwiesen. Es kann den Haarausfall hinausschieben. Neben dem verschreibungspflichtigen Medikament Minoxidil gehört Finasterid zu den meist verkauften Mitteln, die bei Haarausfall eingesetzt werden. Während Minoxidil, auch unter der Bezeichnung Regaine bekannt, in flüssiger Form erhältlich ist und in die Kopfhaut eingerieben wird, wird Finasterid in Form von Tabletten eingenommen.

Finasterid ist in Deutschland unter einer Vielzahl von Handelsnamen erhältlich, und zwar unter den Bezeichnungen Propecia, Crinormin, Alofin, Androfin, Finasterax, Finamed, FinaHAIR, Finascar, Proscar, Finural und Prosmin. Daneben werden verschiedene Generika auf dem Markt angeboten, die meist kostengünstiger sind. Generika stellen sogenannte Nachahmpräparate dar, die zwar den gleichen Wirkstoff enthalten wie das Originalpräparat, sich jedoch von diesem in der Zusammensetzung der Hilfsstoffe und/oder dem Herstellungsverfahren unterscheiden. Wegen niedriger Kosten stellen diese oft eine Alternative zu den Originalpräparaten dar.

Minoxidil kann sowohl von Männern als auch von Frauen bei erblich bedingtem Haarausfall verwendet werden. Finasterid dagegen kann ausschließlich von Männern eingenommen werden. Besonders schwangere Frauen müssen Finasterid meiden, da dieses zu einer Fehlbildung der äußeren Geschlechtsorgane der männlichen Föten führen kann. Frauen mit Haarausfall haben neben Minoxidil östrogenhaltige Tinkturen zur Verfügung, die auf die Kopfhaut aufgetragen werden.

Neben dem erblich bedingten Haarausfall wird Finasterid zur Behandlung der benignen Prostatahyperplasie (BPH) eingesetzt und ist verschreibungspflichtig. Bei Haarausfall wird Finasterid in Form von Tabletten (1 mg) angeboten. Wenn Finasterid zur Behandlung von BHP eingesetzt wird, wird es ebenfalls in Form von Tabletten von 5 mg eingenommen.

Die 1-mg-Tabletten sind um das 10-Fache teurer als die 5-mg-Tabletten. Wenn diese nämlich für BPH eingenommen werden, übernimmt die Krankenkasse die Kosten. Bei Haarausfall ist dies nicht der Fall. Zwar wird oft im Internet auf verschiedenen Foren von den Anwendern dazu geraten, einfach die 5-mg-Tabletten zu kaufen und diese selbst zu zerkleinern, doch die Ärzte raten davon ab. Denn die damit verbundenen Risiken rechtfertigen nicht die damit einhergehenden Kosteneinsparungen. Durch das Zerkleinern der Tablette vor der Einnahme wird der Schutzfilm zerstört, der verhindert, dass die Magensäfte die Substanz nicht angreifen. Außerdem wird auf diese Weise riskiert, dass der Werkstoff in den Körper von Schwangeren gelangt, da dies durch bloße Berührung einer Tablette ohne Schutzfilm passieren kann. Finasterid im Sperma stellt jedoch keine Gefahr für den Fötus dar. Um die Möglichkeit des Gelangens von Finasterid in den Körper einer Schwangeren auszuschließen, dürfen Männer, die regelmäßig Finasterid einnehmen, kein Blut spenden.

Sportler, die sich Dopingkontrollen unterziehen müssen, sollten Finasterid nicht einnehmen. Der Wirkstoff selbst wurde mit Wirkung vom 01. Januar 2009 von der Dopingliste gestrichen, doch es erschwert den Nachweis von Stimulanzien. Wird bei der Dopingkontrolle Finasterid im Körper nachgewiesen, muss mit unerwünschten Folgen gerechnet werden.

Finasterid dürfen auch nicht Personen unter 18 Jahren einnehmen, sowie Personen mit häufiger Harnentleerung.

Wirkungsweise und Erfolgsaussichten

Bei Finasterid handelt es sich um einen 5-Alpha-Reduktasehemmer, der zu den synthetischen Steroiden gehört. Dieser Wirkstoff besitzt Ähnlichkeit zum natürlichen Testosteron. Dank dieser Ähnlichkeit blockiert Finasterid irreversibel die 5-Alpha-Reduktase, wodurch die Umwandlung von Testosteron in DHT verhindert wird. Ist der betroffene Haarfollikel noch aktiv, wird durch die Einnahme von Finasterid die Wachstumsphase verlängert. Dies bedeutet, dass der Haarausfall für die Zeit, in der Finasterid eingenommen wird, verlangsamt wird und sogar für diesen Zeitraum gestoppt werden kann. Ist der Haarfollikel jedoch kaum noch aktiv, kann er durch die Einnahme von Finasterid kaum noch gerettet werden.

Die ersten Erfolge können nach ca. 3-6 Monaten Einnahme beobachtet werden. Das Ziel der Einnahme ist ein Stoppen des Haarausfalls. Daher sollten keine zu großen Erwartungen an den Wirkstoff gestellt werden. In einer 2- und 5-Jahresstudie hatten die Finasterid-Anwender nach 5 Jahren optisch dieselbe Haarpracht wie am Anfang der Studie. Eine Haarverdichtung konnte nach 5 Jahren bei etwa 48 % der Anwender beobachtet werden.

Bei etwa 90 % der Anwender wird der Haarausfall erfolgreich gestoppt. Eine optische Haarverdichtung erfolgt nach einem Jahr bei ca. 48 % der Anwender und nach zwei Jahren bei 66 % der Anwender. Dies bedeutet jedoch keinesfalls, dass eine Haarverdichtung erwarten werden kann, wenn bereits vor der Einnahme nur noch sehr wenige Haare vorhanden waren oder sich bereits eine Glatze gebildet hat.

Nebenwirkungen

Wie alle anderen Medikamente besitzt auch dieses Nebenwirkungen. So dokumentierten Forscher des medizinischen Instituts der Universität von Boston in Zusammenarbeit mit den Forschern der Lahey Clinic aus Dänemark und Deutschland einige Nebenwirkungen wie Verlust der Libido, Ejakulationsstörungen, Impotenz, Gynäkomastie und Depressionen. In den meisten Fällen entfallen die Nebenwirkungen nach einiger Zeit. Doch in einigen Fällen bleiben die Nebenwirkungen selbst nach dem Absetzen des Medikamentes erhalten. Daher raten die Wissenschaftler den Ärzten, vorsichtig mit 5-Alpha-Präparaten, bzw. deren Verschreibung umzugehen. Eine offene Diskussion über mögliche Nebenwirkungen sowie eine ausführliche Aufklärung über diese ist vor der Einnahme solcher Medikamente unbedingt notwendig, da die Möglichkeit von lang anhaltenden Nebenwirkungen besteht, die sich auf die Lebensqualität der Anwender negativ auswirken kann.

Weitere Nebenwirkungen, die im Rahmen von Studien beobachtet worden sind:

  • Infertilität
  • Hodenschmerzen
  • Fehlfunktion der Meibom-Drüse
  • Erhöhte Werte des Leberenzyms Gamma-GT
  • Herzklopfen
  • Spärliche hormonabhängige Körperbehaarung
  • Allergische Reaktionen wie Hautausschlag, Juckreiz, Nesselsucht, Schwellung von Lippen und Gesicht.

Die Meibom-Drüse ist zuständig für die Produktion einer öligen Flüssigkeit, die zum Schutz des Tränenfilms vor Austrocknung dient. Die Fehlfunktion dieser führt zu trockenen Augen oder zu Sehstörungen bei den Betroffenen.

Die spärliche hormonbedingte Körperbehaarung hängt mit der Verkleinerung der Prostata zusammen. Einem Bericht aus einer Fertilitätsklinik aus Toronto in Kanada nach könne die Einnahme von Finasterid zu einer Verschlechterung der Samenqualität führen.

Einer weiteren Studie nach, die 2009 von der britischen Medicines and Healthcare products Regulatory Agency veröffentlicht wurde, wurde Finasterid in Zusammenhang mit Brustkrebs gebracht. Dies konnte jedoch weder bewiesen noch ausgeschlossen werden.

Die möglichen Nebenwirkungen treten bei einer höheren Dosierung, bzw. bei der Einahme der 5-mg-Tabletten häufiger auf als bei der Einnahme der Dosierung im Falle eines Haarausfalls. Trotz dieser Tatsache dürfen die Möglichkeiten der Nebenwirkungen keinesfalls unterschätzt werden.

Vor- und Nachteile von Finasterid

Die Vorteile von Finasterid bestehen in erster Linie in der Tatsache, dass dies zurzeit das wirksamste Mittel überhaupt ist, das den erblich bedingten Haarausfall vorübergehend stoppen kann. Die Nachteile des Werkstoffs liegen in den erwähnten unerwünschten Nebenwirkungen, die auftreten können. Doch diese werden von vielen Männern, die unter dem Haarausfall leiden, gern in Kauf genommen. Immerhin trägt jedes Medikament die Möglichkeit von Nebenwirkungen mit sich. Wenn es um Finasterid geht, scheint zumindest die Tatsache tröstend, dass die genannten Nebenwirkungen überwiegend auf Studien zurückgehen, bei denen die Anwender 5 mg Finasterid täglich einnahmen. Und während Männer, die keine Familie planen oder mit der Familienplanung abgeschlossen haben eher ohne Bedenken zu Finasterid greifen, sollten sich zumindest jüngere Männer vor deren Einnahme gründliche Gedanken über die möglichen Nebenwirkungen machen.

Fazit

Obwohl immer wieder vor der Einnahme von Finasterid gewarnt wird, gilt dieses als der beliebteste Wirkstoff zur Behandlung von erblich bedingtem Haarausfall. Dies wundert nicht, zumal seine Wirksamkeit in einer ganzen Reihe von Studien belegt wurde. Daneben gibt es kaum Alternativen, wenn es um das vorübergehende Stoppen von Haarausfall geht, sodass die Entscheidung darüber, ob Finasterid eingenommen werden soll oder nicht, meist lediglich von der eigenen Bereitschaft abhängt, sich mit der Glatze anzufreunden. Die ersten Erfolge können nach etwa 3-6 Monate Einnahme beobachtet werden. Daher erfordert die Einnahme von Finasterid in erster Linie eines: viel Geduld. Auch sollte die Behandlung rechtzeitig beginnen, sonst bleibt der erwünschte Erfolg aus. Die Haare werden auf den schon bestehenden kahlen Stellen auf dem Kopf durch die Einnahme von Finasterid kaum nachwachsen, da hier die Haarwurzel meist bereits abgestorben ist.

Die Gegner von Finasterid warnen immer wieder vor den Nebenwirkungen, die in Zusammenhang mit der Einnahme von Finasterid gebracht werden. Und diese gibt es wirklich einige. Dabei muss mit der Einnahme von Finasterid mit einem Verlust der Libido, Ejakulationsstörungen, Gynäkomastie, Depressionen sowie einer ganzen Reihe von Nebenwirkungen gerechnet werden, die selbst nach dem Absetzen der Tabletten bleiben können. Die Auswirkung dieser Nebenwirkungen auf die Lebensqualität selbst ist vernichtend.

Dabei muss man jedoch bedenken, dass die Nebenwirkungen in Studien verzeichnet wurden, in denen die Anwender täglich die 5 mg-Tabletten einnahmen. Im Falle von Haarausfall ist die Dosierung deutlich niedriger, sodass laut Kundenberichten im Internet die Nebenwirkungen meist innerhalb einiger Zeit wieder zurückgehen. In jedem Fall sollte vor der Einahme von Finasterid erst ein ausführliches Gespräch mit dem Arzt erfolgen, in dem über alle möglichen Gefahren aufgeklärt wird.

Die Entscheidung darüber, ob Finasterid eingenommen werden soll oder nicht, sollte gut überlegt sein. Immerhin wird Finasterid jahrelang täglich eingenommen, wenn man seine Haarpracht so lange wie möglich behalten will. Ansonsten gilt es, sich mit dem Haarverlust einfach abzufinden und die Glatze stolz vorzuzeigen. Denn diese gilt inzwischen selbst als eine Art Schönheitssymbol und steht vielen Männern sogar besser, als eine Haarpracht.

 

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